Wohlsborn

Lebenswerte Gemeinde im Weimarer Land

Die Schulgebäude

Beitrag veröffentlicht am: 29.07.2007 | Autor:

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Fast 400 Jahre Schule in Wohlsborn

Mit dem Ende der Sommerferien 1964 wurde das Kapitel ÔÇ×Schule in WohlsbornÔÇť fast geschlossen. Ab 1. September 1964 gingen alle Kinder aus Wohlsborn bis zur 8. Klasse nach Gro├čobringen zur Schule, die 9. und 10. Klasse wurde in Buttelstedt unterrichtet.
Bis zu den Sommerferien 1974 wurde in Wohlsborn allerdings noch die 1. Klasse unterrichtet. Als Lehrerinnen waren nacheinander t├Ątig: Frau Menzel, Frau Obst, Frau L├╝nzer.

Erste Erw├Ąhnung der Schule 1575

1575 wird erstmals eine Schule in Wohlsborn erw├Ąhnt. Die n├Ąchste Erw├Ąhnung in der Chronik ├╝ber die Schule ist dem 50 j├Ąhrigem Dienstjubil├Ąum des Lehrers Mohr gewidmet. Ein Lehrer gen├╝gte damals f├╝r die Kinder unseres Ortes. Der Schulraum war in einem kleinen Haus untergebracht. Ein Raum f├╝r die Kinder aller Altersstufen gen├╝gte v├Âllig.
In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts brachten neue Schulgesetze im Gro├čherzogtum mehr Ordnung in die Ausbildung der Kinder und immer mehr Gemeinden entschlossen sich, neue Schulgeb├Ąude bauen zu lassen.

1837 neues Schulgeb├Ąude eingeweiht

Clemens W. Coudray war von 1816 bis1845 Oberbaudirektor der Oberbaubeh├Ârde des Gro├čherzogtums. 1824 war angeordnet worden, dass alle gr├Â├čeren Reparaturen und Neubauten im Schulbereich von der Oberbaubeh├Ârde abgesegnet sein mussten. Damit war eine Vereinheitlichung der neuen Schulgeb├Ąude m├Âglich, die von Coudray auch durchgef├╝hrt wurde. In sehr vielen Orten des Gro├čherzogtums wurden Schulen gebaut, die vom Prinzip gleich waren: Einfache Bauweise, ein Unterrichtsraum f├╝r alle Klassen, im Obergeschoss die Lehrerwohnung.

Auch Wohlsborn lie├č eine solche Schule erbauen. 1835 wurde mit den Arbeiten begonnen, am 9.11.1837 wurde die neue Schule eingeweiht. Das fr├╝here Schulgeb├Ąude wurde an den Schneidermeister Kleine verkauft und fiel Himmelfahrt 1847 einem Feuer vollst├Ąndig zum Opfer.
Im Fr├╝hjahr 1857 wurde eine bedeutende Verl├Ąngerung der Schulstube vorgenommen. Ein Winkel wurde beseitigt, neue Tafeln angebracht und ein Pultkatheder aufgestellt. Das Schulinventar wurde durch eine Karte von Deutschland und eine russische Rechenmaschine erg├Ąnzt.

Schule w├Ąhrend und nach dem 1. Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg griff tief in das Schulwesen, auch in Wohlsborn, ein. 1916 wurde bekannt gegeben, dass mit Papier ├Ąu├čerst sparsam umgegangen werden musste. Die noch vorhandenen Schiefertafeln aus den unteren Klassen wurden deshalb bis in die oberen Klassen benutzt. Ab Anfang Dezember 1917 gingen auch in unserem Dorf die Kinder erst ab 1/2 9 Uhr zur Schule, um Lichtkosten zu sparen. Vorher wurde im Winter um 8 Uhr begonnen. In der Hauptsache fehlte es an Kohlen, darum blieb die Schule sogar geschlossen. Die Kinder gingen ganz unregelm├Ą├čig zur Schule.

Erst 1920 trat wieder Ordnung in das Schulwesen ein. Der Unterricht f├╝r alle Altersstufen in nur einem Raum war nicht mehr zeitgem├Ą├č, deshalb wurde 1934 an Stelle der alten Schulscheune ein neues Schulgeb├Ąude errichtet und am 02.09. eingeweiht. Die Mittel daf├╝r wurden teils von der Gemeinde, teils vom Kreis bereitgestellt. Die Maurerarbeiten wurden von dem Bauunternehmer Max Vogel aus Wohlsborn und die Zimmererarbeiten vom Zimmermeister Oskar K├╝hndorf aus Leutenthal ausgef├╝hrt. Bauleiter war der Baumeister Erhard B├Âber aus Sch├Ândorf. Die Gesamtkosten des Baues beliefen sich auf insgesamt 6 838,24 RM. Einen Teil der neuen Schulb├Ąnke bezahlte die Bev├Âlkerung.
Seitdem wurden die Sch├╝ler der 1. bis 4. Klasse in dem neuen Geb├Ąude und die Sch├╝ler der 5. bis 8. Klasse im alten Schulgeb├Ąude unterrichtet.

Reform des Schulwesens 1950

Auch der 2. Weltkrieg sorgte f├╝r Unregelm├Ą├čigkeiten in der Schule. Nach Kriegsende wurde das Schulwesen reformiert. Ab 1. September 1950 geh├Ârten Wohlsborn, Sachsenhausen, Leutenthal und Rohrbach zu einem Schulzweckverband. Die Kinder des 1. bis 4. Schuljahres aus Wohlsborn und Sachsenhausen besuchten die Schule in Wohlsborn, umgedreht die Sch├╝ler der 5. bis 8. Klasse die Schule in Sachsenhausen. In Leutenthal und Rohrbach erfolgte eine analoge L├Âsung. Die Sch├╝lerst├Ąrke betrug dabei in Wohlsborn 54 Sch├╝ler.

1951 Renovierung der Schule

1951 wurde das alte Schulgeb├Ąude gr├╝ndlich renoviert. Die Kosten daf├╝r betrugen 1200 Mark, die aus Gemeindemitteln aufgebracht wurden.
Im Unterrichtsraum der neuen Schule wurden die Sch├╝ler der 1. und 2. Klasse unterrichtet, im Unterrichtsraum der alten Schule die Sch├╝ler der 3. und 4. Klasse. Zwischen dem Anbau an der alten Schule und der neuen Schule stand eine Mauer, dahinter waren die Aschengrube und die Toiletten untergebracht. Der Zugang von der neuen Schule erfolgte durch eine T├╝r in der Mauer gleich neben dem Schulgeb├Ąude.

1960 Zentralisation der Schulen

Zum 1. September 1960 wurde unser Dorf von einer weiteren Zentralisation des Schulwesens betroffen, die das Ziel hatte, die Bildungsverh├Ąltnisse auf dem Lande zu verbessern und unseren Kindern gleiche Bildungsm├Âglichkeiten wie den Kindern in der Stadt zu gew├Ąhrleisten.

Es wurde ein Oberschulbereich Sachsenhausen/Gro├čobringen ins Leben gerufen, in dem alle Kinder bis zum Abschluss der 8. Klasse unterrichtet wurden. Dagegen mussten die 10 Klassen-Sch├╝ler vorl├Ąufig noch in der Oberschule Buttelstedt unterrichtet werden. Zum Oberschulbereich geh├Ârten au├čer den bereits genannten D├Ârfern auch noch Leutenthal und Rohrbach und teilweise mit den Unterstufenklassen auch Kleinobringen und Heichelheim. Anfangs wurden in der Oberstufe je 2 Klassen in Sachsenhausen und in Gro├čobringen unterrichtet. Die Lehrer "pendelten" zwischen den beiden Orten und f├╝r die Kinder gab es einen kostenlosen Sch├╝lerbusverkehr. In Wohlsborn verblieb vorerst die gesamte Unterstufe.

Durch die weitere Verbesserung der Schulverh├Ąltnisse in Gro├čobringen konnte ab 1. September 1964 in Gro├čobringen von der POS Buttelstedt die 9. Klasse ├╝bernommen werden, so dass nur noch die Sch├╝ler der 10. Klasse die POS Buttelstedt besuchten.

1966 Er├Âffnung des Schulhortes

Am 1. November 1966 wurde im ehemaligen Unterrichtsraum ein Schulhort er├Âffnet, der die Aufgabe hatte, die Unterstufenkinder des Ortes nachmittags zu betreuen. Als erste Leiterin des Schulhortes wurde Frau Helga Gottermann eingesetzt.

F├╝r die Schule und das Dorf war dies eine kluge Entscheidung, denn bis zur Aufl├Âsung des Hortes im Jahre 1980 hatte sie mit viel Liebe zu den Kindern, mit viel Aufwand den materiell-technischen Fragen des weitern Ausbaues des Hortes, aber auch den inhaltlichen Fragen gewidmet, so dass der Schulhort unter ihrer Leitung im Oberschulbereich Gro├čobringen und dar├╝ber hinaus einen geachteten Namen besa├č.

Schule als Kindergarten

1967 wurde der Au├čenputz der alten Schule durch ehemalige Sch├╝ler erneuert und vor der Schule ein Plattenweg verlegt.
Die neue Schule wurde als Kindergarten genutzt. Ende 1974 waren die Umbauarbeiten an dem Geb├Ąude beendet, sodass Wohlsborn einen modernen Kinderkarten erhielt. An der Ostseite der Schule wurde der Toilettentrakt angebaut.

Nachdem der Raum f├╝r den Hort nicht mehr genutzt wurde, wurde er durch eine Trennwand geteilt und f├╝r Arztsprechstunden genutzt. Der vordere Raum diente als Wartezimmer, der Raum hinter der Trennwand war das Arztsprechzimmer. Die Gemeindeb├╝cherei wurde im Wartezimmer untergebracht, dadurch erh├Âhte sich das Ausleihen der B├╝cher, das Herr Gottermann betreute, sehr.

Verkauf des Schulgeb├Ąudes

Im November 1992 wurde beschlossen, das alte Schulgeb├Ąude zu verkaufen. Es wurde im April 1993 an Fam. R. G├Âpfert verkauft.
1993 wurde der Kindergarten geschlossen und zur Nutzung f├╝r interessierte B├╝rger ausgeschrieben. Im Februar 1994 wurde beschlossen, das Geb├Ąude als B├╝rgerhaus umzubauen.
Somit haben die ehemaligen Schulgeb├Ąude unseres Ortes eine sinnvolle Nutzung erhalten.