Wohlsborn

Lebenswerte Gemeinde im Weimarer Land

Das Wasser im Ort

Beitrag veröffentlicht am: 27.09.2017 | Autor: Ortschronist Thomas Fischer

Foto: von Ortschronist Thomas Fischer

Alter Teich

Vor dem GrundstĂŒck „Anger 48“ wurde spĂ€ter ein kleiner Teich errichtet, der zur Löschwasserversorgung fĂŒr diesen Teil des Ortes diente. Im Zuge von Dorfverschönerungsarbeiten wurde der Teich trockengelegt, aufgefĂŒllt und eine Trauerweide darauf angepflanzt.

Teich am BĂŒrgerhaus

Auch auf dem Platz vor dem BĂŒrgerhaus befand sich ein Teich, gespeist von der Quelle, die bis 1989 den Ort mit Trinkwasser versorgte.
Wann dieser Teich aufgefĂŒllt wurde, ist nicht bekannt. 1922/1923 wurde allerdings mit der Trinkwasserversorgung fĂŒr den Ort begonnen und dazu musste die Quelle gefasst werden.
Die darĂŒber stehende Schwengelpumpe wurde noch viele Jahre genutzt und ist heute wieder in einem betriebsfĂ€higen Zustand.

Der Löschteich am Feuerwehrhaus

Gleich gegenĂŒber befindet sich der grĂ¶ĂŸte Teich des Dorfes, der ebenfalls von mindestens einer Quelle gespeist wurde bzw. wird.
Dieser Teich ist seit jeher das Hauptreservoir fĂŒr das Löschen von BrĂ€nden.
WĂ€hrend noch in den 20er Jahren die Ufer teilweise ohne Einfassung waren, wurde in den 30er Jahren eine aus Bruchsteinen bestehende Einfassung errichtet.
Neben der Funktion als Feuerlöschteich wurde der Teich im Sommer auch zum Baden genutzt, trotz der Enten und GĂ€nse, die ebenso im Wasser ihr VergnĂŒgen suchten.

Der Weiher im Neubaugebiet

Jetzt gibt es wieder einen zweiten Teich, den Weiher im Neubaugebiet, der im Rahmen der Erschließung dieses Gebietes erbaut wurde und hauptsĂ€chlich als Feuerlöschteich dienen soll.

Die Quellen

Die ÜberschĂŒsse der Quellen flossen in den Graben, der sich im Ortsbereich von der Alten Weimarischen Straße durch den Ort zog bis zum Ende des Ortes zwischen den GrundstĂŒcken „An der Liebstedter Straße 20/21a“.

Etwa 100 m sĂŒdlich an der Alten Weimarischen Straße gab es eine Quelle, die aber nur im FrĂŒhjahr nach schneereichen Wintern oder starken RegenfĂ€llen Wasser fĂŒhrte. Dazu gesellte sich der Überschuss der Quelle vom Lindenberg und das OberflĂ€chenwasser ab alter Bahnhof.
Dann kam das ĂŒberschĂŒssige Wasser vom Löschteich dazu und das Wasser aus dem GrundstĂŒck „An der Liebstedter Straße 23“, in dessen Hof nach schneereichen Wintern eine Vielzahl von Quellen sprudeln.
Zuletzt wurde noch das OberflĂ€chenwasser aus dem Bereich des heutigen Neubaugebiets eingeleitet. Das alles ist meiner Meinung nach der Beginn der „Scherkonde“.

Die Verrohrung

Heute ist der gesamte Bach im alten Ortsbereich in Rohren versteckt. Nur der Zulauf aus Richtung alter Bahnhof ist bis zum GrundstĂŒck „Am Lindenberg 43“ noch offen.
Die Verrohrung wurde in vielen Etappen durchgefĂŒhrt. Die erste begann 1931, als vor der ehemaligen Schule die Rohre verlegt wurden. Zuletzt wurde der Graben 2004 am Ende des Ortes verrohrt.

Trinkwasserversorgung

Nun noch etwas zur Trinkwasserversorgung. In fast jedem Gehöft gab es einen mehr oder weniger ergiebigen Brunnen, die oft von den NiederschlÀgen abhÀngig waren und im Winter möglicherweise nicht genutzt werden konnten.
1922 wurde eine Wasserleitung fĂŒr die Wirtschaften, die sich daran beteiligen, gebaut. Bauleiter war Ingenieur Franke aus Weimar. Ein Jahr spĂ€ter erhielt der ganze Ort eine Wasserleitung.
Der Wasserspeicher wurde auf dem Lindenberg erbaut und war bis 1989 in Betrieb. Die Pumpstation befand sich im damaligen FeuerwehrgerĂ€tehaus („Spritzenhaus“) in einem separaten, von außen zugĂ€nglichen Raum. Die ab und an notwendige Bedienung wurde von dem nebenan wohnenden Oswald Köditz und spĂ€ter von seinem Schwiegersohn Paul Schön durchgefĂŒhrt. Als Quelle diente, wie bereits erwĂ€hnt, die unter der Pumpe befindliche starke Quelle. Die 2 Zoll starken Rohre wurden als Ringleitung im Ort verlegt.

Rekonstruktion des Ortswassernetzes

Im Juni 1986 begann man mit der Rekonstruktion des Ortswassernetzes. Das alte Wassernetz nebst Brunnen konnte nicht mehr allen gewachsenen AnsprĂŒchen gerecht werden, da besonders die höher gelegenen Haushalte in Trockenzeiten zunehmend ohne Wasser waren. Deshalb musste die vom WasserbehĂ€lter auf der Warthe nach Sachsenhausen fĂŒhrende Leitung angezapft und eine Leitung zur Druckerhöhungsstation auf der ehemaligen Meng'schen Wiese östlich des Ortes gelegt werden. 1989 wurde der Ort an das neue Netz angeschlossen.
Die WasserqualitÀt und der Druck in der Leitung sind besser geworden.