Wohlsborn

Lebenswerte Gemeinde im Weimarer Land

Entenrettung

Beitrag veröffentlicht am: 24.05.2021 | Autor: Ulrike Kummer

Am Pfingstsonntag gab es einen Menschenauflauf an unserem Feuerwehrteich. Der Grund daf├╝r war eine Entenmutter mit ihren 10 Knirpsen beim Pfingstspaziergang. Nach langem Fu├čmarsch kam unser Feuerwehrteich als Abk├╝hlung und Planschbecken wahrscheinlich gerade recht.

Doch als der Spaziergang weiter gehen sollte, gab es ein Problem. Die Entenk├╝ken kamen nicht aus dem Teich heraus. Obwohl sich die Entenmutter immer wieder an den Rand setzte um die K├╝ken herauszulocken, den Abstand zwischen Teichrand und Wasseroberfl├Ąche konnten die Kleinen einfach nicht ├╝berwinden.

Kinder eilten herbei, um die K├╝ken mit Brot zu locken, aber es half nichts. Ein Junge versucht sie zu fangen und heraus zu angeln. Aber auch das gelang nicht.
Dann probierte es die Entenmutter an der Uferkante, an der das Wasser des Springbrunnens in den Feuerl├Âschteich l├Ąuft. Aber auch diese Distanz war f├╝r die kleinen Entenk├╝ken zu hoch. So sehr sie sich bem├╝hten, es klappte nicht!

Marcus Karras und Rene Reifert bauten dann schnell eine provisorische schwimmende Rampe. Auf dieser k├Ânnten die K├╝ken sicher das rettende Ufer erreichen. Die Kinder legten eine Brotkr├╝melspur, um die Enten zu locken.

Aber alles Locken half nichts. Die Entenfamilie schwamm hin und her, versuchte an vielen Stellen, dass rettende Ufer zu erklimmen, erreichte aber die Rampe unter den Augen der vielen mitfiebernden Zuschauern nicht.

Ich denke, die vielen Menschen haben die Tiere etwas erschreckt, denn sp├Ąter am Abend konnten wir dann doch noch dieses Foto schie├čen:

Untern dem w├Ąrmenden Gefieder der Entenmama konnten sich die Kleinen zuerst sicher etwas aufw├Ąrmen, um dann den Nachhauseweg anzutreten.
Am Pfingstmontag sahen wir dann, dass 4 kleine K├╝ken immer noch auf dem Teich schwammen. Sie konnten ihrer Entenmutter wahrscheinlich nicht folgen. Jetzt gerade versuchten engagierte Wohlsborner die K├╝ken mit Keschern einzufangen. Gerade habe ich erfahren, dass zwei gefangen werden konnten und der Entenmutter, die ihren Nistplatz am zweiten Wohlsborner Teich (Teich am Ahornweg) hat, gebracht wurden.

Da ich mich mit Tieren nicht gut auskenne, habe ich mal aus reinem Interesse zur Wildentenaufzucht recherchiert.
Unter www.helpster.de bin ich f├╝ndig geworden:

  1. Sie ben├Âtigen einen Garten und einen Stall f├╝r die Nacht. Die Temperatur darf sowohl tags├╝ber und in der Nacht nicht unter 20 Grad Celsius fallen. Entenm├╝tter halten ihre K├╝ken immer konstant auf dieser Temperatur.
  2. Sie ben├Âtigen eine Badegelegenheit. Allerdings muss diese so gestaltet sein, dass die K├╝ken das Bassin alleine betreten und verlassen k├Ânnen.
  3. Sie m├╝ssen tags├╝ber, wenn sie im Garten herum laufen k├Ânnen, vor ihren nat├╝rlichen Feinden, wie Hund, Katze, Marder oder F├╝chse gesch├╝tzt werden.
  4. Gef├╝ttert werden k├Ânnen sie mit Gr├╝nfutter, wie L├Âwenzahn, Brennnesseln und Wasserpflanzen. Diesem kann handels├╝bliches H├╝hnerfutter und ab und zu auch gekochte Kartoffeln oder gekochte Eier eigemischt werden.

Diese Infos lassen aber den Schluss zu, dass die beiden verbliebenen K├╝ken eine weitere Nacht nicht ├╝berstehen k├Ânnen. Und dann kam Hilfe in letzter Not vom Naturschutzbund. Die Natursch├╝tzer kamen mit Paddelboot und Kescher und konnten noch ein K├╝ken retten und wohlauf seiner Mutter ├╝bergeben. Das andere hat es leider nicht geschafft.