Wohlsborn

Lebenswerte Gemeinde im Weimarer Land

Landesherrliche Zugehörigkeit Wohlsborns

Beitrag veröffentlicht am: 29.07.2006 | Autor: Ortschronist Thomas Fischer

Foto: Ortschronist Thomas Fischer

Th├╝ringen geh├Ârte zu den L├Ąndern in Deutschland mit den meisten Kleinstaaten. Erst mit dem Ende der Monarchie 1918 wurde aus den einzelnen Kleinstaaten und dem preu├čischen Teil das Land Th├╝ringen.Die starke Zersplitterung Th├╝ringens spiegelte sich auch in der Zugeh├Ârigkeit Wohlsborns zu verschiedenen Herrschaften wider.

Im 13. Jahrhundert (Ersterw├Ąhnung 1249) geh├Ârte der Ort den Herren von Wolfesburn. Sie waren Ministrale (Dienstmannen) der Grafen von Weimar-Orlam├╝nde und sind bis zum Jahre 1278 nachweisbar. Der Ort geh├Ârte urspr├╝nglich zur Burg in Weimar. Im Mittelalter ist Besitz des Augustiner- und Neuwerkklosters in unserem Ort nachweisbar.

Im Jahre 1410 wurde das Dorf von der Deutschritter-Kommende Liebstedt erworben und geh├Ârte somit zur Ballei Th├╝ringen, deren Sitz in Zw├Ątzen (Jena) war. Nach 1525 wurde dieser Besitz s├Ąkularisiert (d.h. Einziehung des kirchlichen Besitzes durch staatliche Gewalt) durch den Kurf├╝rsten von Sachsen, und dem Amt Eckartsberga zugeordnet.┬á Die Verwaltungsstruktur blieb jedoch bestehen und erst 1808, als der letzte Komtur der Ballei verstorben war, kam dieser Besitz zum K├Ânigreich Sachsen.

Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die ehemalige Kommende Liebstedt mit Goldbach und Wohlsborn f├╝r kurze Zeit zum K├Ânigreich Preu├čen und endlich zum Gro├čherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Ab 1816 geh├Ârte Wohlsborn zum Amt Weimar des Gro├čherzogtums. (Auch Sachsenhausen und Leutenthal geh├Ârten nicht immer zum ernestinischen Sachsen-Weimar, sondern zum albertinischen Kursachsen.)

Mit der Zugeh├Ârigkeit zu unterschiedlichen Herrschaftsgebieten waren damals auch ganz unterschiedliche Ma├č- und Geldsysteme verbunden. Es ist in unserer Chronik leider nicht ├╝berliefert, wie die Einwohner damit zurecht kamen.

1920, mit der Gr├╝ndung des Landes Th├╝ringen, wurde der Kreis Weimar gebildet, zu dem Wohlsborn geh├Ârte.

Mit der Gebietsreform 1952, als der gro├če Kreis Weimar zerst├╝ckelt wurde, geh├Ârte Wohlsborn zum Kreis Weimar-Land, mit Weimar als Hauptort.

Die n├Ąchste Gebietsreform, 1993, vereinigte einige Teile des ehemaligen Kreise Weimar wieder (Kreis Apolda und Kreis Weimar-Land ) zum Kreis Weimarer Land, jetzt aber mit Apolda als Hauptort.