Landesherrliche Zugehörigkeit Wohlsborns

Thüringen gehörte zu den Ländern in Deutschland mit den meisten Kleinstaaten. Erst mit dem Ende der Monarchie 1918 wurde aus den einzelnen Kleinstaaten und dem preußischen Teil das Land Thüringen.Die starke Zersplitterung Thüringens spiegelte sich auch in der Zugehörigkeit Wohlsborns zu verschiedenen Herrschaften wider.

modDSC07921

Im 13. Jahrhundert (Ersterwähnung 1249) gehörte der Ort den Herren von Wolfesburn. Sie waren Ministrale (Dienstmannen) der Grafen von Weimar-Orlamünde und sind bis zum Jahre 1278 nachweisbar. Der Ort gehörte ursprünglich zur Burg in Weimar. Im Mittelalter ist Besitz des Augustiner- und Neuwerkklosters in unserem Ort nachweisbar.

Im Jahre 1410 wurde das Dorf von der Deutschritter-Kommende Liebstedt erworben und gehörte somit zur Ballei Thüringen, deren Sitz in Zwätzen (Jena) war. Nach 1525 wurde dieser Besitz säkularisiert (d.h. Einziehung des kirchlichen Besitzes durch staatliche Gewalt) durch den Kurfürsten von Sachsen, und dem Amt Eckartsberga zugeordnet.  Die Verwaltungsstruktur blieb jedoch bestehen und erst 1808, als der letzte Komtur der Ballei verstorben war, kam dieser Besitz zum Königreich Sachsen.

Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die ehemalige Kommende Liebstedt mit Goldbach und Wohlsborn für kurze Zeit zum Königreich Preußen und endlich zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Ab 1816 gehörte Wohlsborn zum Amt Weimar des Großherzogtums. (Auch Sachsenhausen und Leutenthal gehörten nicht immer zum ernestinischen Sachsen-Weimar, sondern zum albertinischen Kursachsen.)

Mit der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Herrschaftsgebieten waren damals auch ganz unterschiedliche Maß- und Geldsysteme verbunden. Es ist in unserer Chronik leider nicht überliefert, wie die Einwohner damit zurecht kamen.

1920, mit der Gründung des Landes Thüringen, wurde der Kreis Weimar gebildet, zu dem Wohlsborn gehörte.

Mit der Gebietsreform 1952, als der große Kreis Weimar zerstückelt wurde, gehörte Wohlsborn zum Kreis Weimar-Land, mit Weimar als Hauptort.

gesch01aDie nächste Gebietsreform, 1993, vereinigte einige Teile des ehemaligen Kreise Weimar wieder (Kreis Apolda und Kreis Weimar-Land ) zum Kreis Weimarer Land, jetzt aber mit Apolda als Hauptort.

Kommentare sind abgeschaltet.