Wohlsborns Gemarkung und deren Straßen und Wege

Vergleicht man die Karte der Gemarkung Wohlsborn von 1817 mit einer aktuellen Karte, so erkennt man doch einige wesentliche Unterschiede. Da gehören die Straßen und Wege dazu. Es ist schon erstaunlich, dass am Ortsrand Wohlsborns eine wichtige Straße entlang führte: die Straße Weimar – Buttstädt, wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt wurde.
Die Residenzstadt des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach hatte keine direkte Verbindung zu den großen Handelsstraßen: die West-Ost-Straße führte von Frankfurt/Main über Erfurt – Kerspleben – Berlstedt – Buttelstedt – Buttstädt nach Leipzig und die Nord-Süd-Straße, die Kupferstraße führte von Eisleben/Mansfeld über Hardisleben – Niederreißen – Oberreißen – Rohrbach – Liebstedt – Ullrichshalben bis nach Nürnberg.

geschgr03

Die Leipziger Straße war damals für Weimar nur über die Straße Weimar – Wohlsborn – Rohrbach – Oberreißen – Buttstädt zu erreichen.
Die Wichtigkeit für Wohlsborn zeigt sich auch in der Bezeichnung „Straße“. Sie wurde von Schöndorf kommend bis zum Ortsanfang „Weimarische Straße“ und fortführend als „Buttstädter Straße“ benannt. Nach der Kreuzung mit dem „Mühlenweg“ wird diese Straße allerdings als „Rohrbacher Weg“ bezeichnet.
Als später die Strecke Weimar – Großobringen nach Buttelstedt favorisiert wurde, war die Route über Wohlsborn nicht mehr interessant.
Die in der Karte eingezeichnete „Weimarische Straße“ gibt es heute nicht mehr. Für die Verbindung nach Weimar wurde 1869 der „Holzweg“ bis zur Grenze zu Schöndorf ausgebaut. Das Stück „Buttstädter Straße“ und den „Weg nach Rohrbach“ gibt es ebenfalls nicht mehr. Von den in der Karte eingezeichneten Wegen wurden einige in ihrer Streckenführung unverändert gelassen. Das betrifft den „Weg nach Liebstedt“, den „Galgenweg“ (führt am Wasserbassin des Wasserwerkes Sachsenhausen vorbei), den „Denstädter Weg“, den „Oßmannstädter Weg“ und den „Weg nach Sachsenhausen“. Der „Oßmannstedter Weg“ wurde 1888 als befestigte Straße bis zum Bahnhof ausgebaut und „An der Eisenbahn“ genannt. Der „Weg nach Sachsenhausen“ wurde 1877 bis zu Flurgrenze zu Sachsenhausen als befestigte Straße ausgebaut.
Die Ortsverbindung nach Großobringen wurde wahrscheinlich 1871 in ihrer Streckenführung geändert, aber nur im Ort befestigt. Auch die Verbindung nach Liebstedt, in ihrer Streckenführung zwar unverändert, blieb außerhalb des Ortes bis in die 1970er Jahre Feldweg. Auch der Bachverlauf wurde geändert.
In der Karte habe ich die Bezeichnung „Scherkonde“ mit „a“ und „b“ versehen. „a“ ist der ursprüngliche, natürliche Verlauf des Baches, „b“ zeigt ein begradigtes Bachbett. Diese Veränderung ist allerdings bereits auf der Karte von 1817 eingezeichnet. Wenn man die Gemarkungsgrenze im Osten und Norden betrachtet, fällt auf, wie „zerklüftet“ diese war. 1869 wurde eine „Separation der Planlage“ durchgeführt und die heutige Gemarkungsgrenze festgelegt.

Kommentare sind abgeschaltet.