Die Bürgermeister

In der Ortschronik wird erstmals 1855 ein Bürgermeister erwähnt. In jenem Jahr fand eine Neuwahl des Gemeinderates statt. Als Bürgermeister wurde Johann Christian Albrecht wieder gewählt. 1854 wurden aufgrund einer revidierten Gemeindeordnung in Sachsen-Weimar 4 zusätzliche Gemeinderäte gewählt.

Noch 1833 wurde das Amt des Bürgermeisters als Schultheiß bezeichnet. Dieses Amt übte damals J.M.Menge aus. In der Chronik ist leider nichts über die Dauer seiner Amtszeit zu finden.

Anfang 1865 starb J.C.Albrecht und als Nachfolger wurde Karl Mohr gewählt. Das Stimmrecht bei Wahlen war damals vom Besitz abhängig. Wer also viel Grundbesitz sein Eigen nannte, hatte mehrere Stimmen! Im Allgemeinen verblieb damals der einmal gewählte Bürgermeister bis zu seinem Tode in diesem Amt.

1879 wurde der Landwirt Theodor Menge nach dem Tod von Karl Mohr zum Bürgermeister gewählt. Bei der Wahl 1909 wurde er mit großer Mehrheit wieder gewählt. Stellvertreter wurde Landwirt Oswald Langbein.

Bis September 1919 wurden erstmals nach dem Krieg Wahlen der Bürgermeister und deren Stellvertreter im ehemaligen Großherzogtum durchgeführt. Gleichzeitig wurde die Wahlperiode von 6 auf 3 Jahre reduziert. Menge und Langbein wurden wieder gewählt. 1920 legte Theodor Menge aus Altersgründen sein Amt nieder. Er starb 1922 80-Jährig.

Als Nachfolger wurde Landwirt Hugo Fuchs gewählt. Gemeindevorsitzender wurde Max Hoffmann. Hugo Fuchs trat 1922 zurück und Oswald Langbein übernahm das Amt kommissarisch. Bereits 1923 wurde erneut gewählt. In den 20-er Jahren gab es anscheinend auch in Wohlsborn starke politische Gegensätze zwischen Bauern und Arbeitern. Der neu gewählte Gemeinderat bestand aus 4 bürgerlichen und 3 Arbeitervertretern. Wobei nicht konkret ausgesagt wird, wer unter „bürgerlich“ zu zählen war.

Bürgermeister wurde Oswald Langbein, Gemeindevorsitzender der Zimmermann Arno Vogel. Oswald Langbein schied infolge eines Schlaganfalls 1929 aus dem Amt aus und Hugo Fuchs wurde wieder zum Bürgermeister gewählt.

Seine Nachfolge trat nach der Wahl 1934 Arno Vogel an. Er übte dieses Amt bis zum Kriegsende aus. Während seiner Amtszeit hat er trotz Nationalsozialismus die Gemeinde gemäßigt geführt. Er hat es auch verstanden, Umsiedler und Flüchtlinge, die Wohlsborn während des Krieges aufnehmen musste, den einzelnen Hausbesitzern in verträglichem Maße zuzuordnen. Ihm ist es, Augenzeugenberichten zufolge auch zu verdanken, dass nach dem Absturz des amerikanischen Bombers am 20. Juli 1944, an den geretteten Besatzungsmitgliedern keine Greueltaten durch Wohlsborner verübt wurden.

Nach dem Krieg war Franz Nimmrich bis zur Wahl im Oktober 1946 Bürgermeister.

Am 8. September fanden seit 1932 die ersten demokratischen Gemeindewahlen statt. Alle im Ort vertretenen Parteien und Organisationen hatten getrennte Listen aufgestellt und stellten ihre Kandidaten zur Wahl. Im Ort gab es 222 Wahlberechtigte, 204 gingen zur Wahl und davon gaben 191 gültige Stimmen ab. Die Stimmen verteilten sich folgendermaßen: Sozialistische Einheitspartei (SED) 88 Stimmen Liberaldemokratische Partei (LDPD) 51 Stimmen Christlich-Demokratische Union (CDU) 13 Stimmen Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) 34 Stimmen Damit stellte die SED als stärkste politische Kraft des Ortes im Bündnis mit der VdgB den Bürgermeister und verfügten über die Mehrheit im Gemeinderat und in der Gemeindevertretung. Diese Wahl war in allen Orten die Basis für die den Bürgermeister stellende Partei. Das war in Wohlsborn demzufolge bis zur Wende die SED. Erster SED-Bürgermeister wurde Alfred Rahn. Er übte dieses Amt bis zum 31.12.1951 aus.

Während die Bürgermeister bisher ehrenamtlich tätig waren, wurde nun der Bürgermeister ein Vollzeitberuf. Ab 01.01.1952 wurde Karl Engels als Bürgermeister in Wohlsborn eingesetzt. Er starb am 28.02. 1957 .

Georg Höfer trat am 01.03.1957 seine Nachfolge an. Seine Amtszeit endete am 31.07.1976. In den letzten Jahren seiner Amtszeit hatte er Sachsenhausen und Wohlsborn verwaltet.

Seine Nachfolge trat erst mal ehrenamtlich Wolfgang Wedel an, bis er ab 01.01.1978 hauptamtlich eingesetzt wurde. Er starb am 30.04.1986.

Vom 01.05. bis zum 31.07. wurde Peter Thomas als ehrenamtlicher und ab 01.08. als hauptamtlicher Bürgermeister bestellt. Dieses Amt übte er bis zum 28.02.1991 aus.

Sein Nachfolger wurde Hans Wagner aus Weimar. Er wurde gewählt und übte das Amt hauptamtlich bis zum 31.03.1993 aus. Ab 01.04.1993 war er Geschäftsführer in der VG Buttelstedt und war nur noch ehrenamtlich als Bürgermeister in Wohlsborn tätig. Wegen seine Tätigkeit in Buttelstedt durfte er zur Bürgermeisterwahl 1999 nicht mehr kandidieren.

Peter Thomas stellte sich zur Wahl und wurde mit großer Mehrheit als Bürgermeister gewählt. Damit sind alle seit 1830 bekannten Bürgermeister Wohlsborns aufgeführt. Was sie für Wohlsborn erreicht haben, können Sie in der Chronik, die Sie im Gemeindebüro bestellen können, nachlesen.

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