Das Wasser im Ort

Zur Erläuterung der Wasserversorgung in Wohlsborn stütze ich mich wieder auf die Dorfkarte von 1817. Dort sind drei Teiche eingezeichnet, die von starken Quellen gespeist wurden.

Ein Teich befand sich etwa an der Stelle des heutigen Grundstücks „Am Lindenberg 45“. Die Quelle existiert noch und speist einen Brunnen. Wahrscheinlich ist dieser Teich im Laufe der Grundstücksnutzung zugeschüttet worden.

Vor dem Grundstück „Anger 48“ wurde später ein kleiner Teich errichtet, der zur Löschwasserversorgung für diesen Teil des Ortes diente. Im Zuge von Dorfverschönerungsarbeiten wurde der Teich trockengelegt, aufgefüllt und eine Trauerweide darauf angepflanzt.

Auch auf dem Platz vor dem Bürgerhaus befand sich ein Teich, gespeist von der Quelle, die bis 1989 den Ort mit Trinkwasser versorgte. Wann dieser Teich aufgefüllt wurde, ist nicht bekannt. 1922/1923 wurde allerdings mit der Trinkwasserversorgung für den Ort begonnen und dazu musste die Quelle gefasst werden. Die darüber stehende Schwengelpumpe wurde noch viele Jahre genutzt und ist heute wieder in einem betriebsfähigen Zustand.

Dorfteich Winter 2008

Dorfteich Winter 2008

Gleich gegenüber befindet sich der größte Teich des Dorfes, der ebenfalls von mindestens einer Quelle gespeist wurde bzw. wird. Dieser Teich ist seit jeher das Hauptreservoir für das Löschen von Bränden. Während noch in den 20er Jahren die Ufer teilweise ohne Einfassung waren, wurde in den 30er Jahren eine aus Bruchsteinen bestehende Einfassung errichtet. Neben der Funktion als Feuerlöschteich wurde der Teich im Sommer auch zum Baden genutzt, trotz der Enten und Gänse, die ebenso im Wasser ihr Vergnügen suchten.

Jetzt gibt es wieder einen zweiten Teich, den Weiher im Neubaugebiet, der im Rahmen der Erschließung dieses Gebietes erbaut wurde und hauptsächlich als Feuerlöschteich dienen soll.
Die Überschüsse der Quellen flossen in den Graben, der sich im Ortsbereich von der Alten Weimarischen Straße durch den Ort zog bis zum Ende des Ortes zwischen den Grundstücken „An der Liebstedter Straße 20/21a“.

Etwa 100 m südlich an der Alten Weimarischen Straße gab es eine Quelle, die aber nur im Frühjahr nach schneereichen Wintern oder starken Regenfällen Wasser führte. Dazu gesellte sich der Überschuss der Quelle vom Lindenberg und das Oberflächenwasser ab alter Bahnhof. Dann kam das überschüssige Wasser vom Löschteich dazu und das Wasser aus dem Grundstück „An der Liebstedter Straße 23“, in dessen Hof nach schneereichen Wintern eine Vielzahl von Quellen sprudeln. Zuletzt wurde noch das Oberflächenwasser aus dem Bereich des heutigen Neubaugebiets eingeleitet. Das alles ist meiner Meinung nach der Beginn der „Scherkonde“.

Heute ist der gesamte Bach im alten Ortsbereich in Rohren versteckt. Nur der Zulauf aus Richtung alter Bahnhof ist bis zum Grundstück „Am Lindenberg 43“ noch offen.
Die Verrohrung wurde in vielen Etappen durchgeführt. Die erste begann 1931, als vor der ehemaligen Schule die Rohre verlegt wurden. Zuletzt wurde der Graben 2004 am Ende des Ortes verrohrt.

Nun noch etwas zur Trinkwasserversorgung. In fast jedem Gehöft gab es einen mehr oder weniger ergiebigen Brunnen, die oft von den Niederschlägen abhängig waren und im Winter möglicherweise nicht genutzt werden konnten. 1922 wurde eine Wasserleitung für die Wirtschaften, die sich daran beteiligen, gebaut. Bauleiter war Ingenieur Franke aus Weimar. Ein Jahr später erhielt der ganze Ort eine Wasserleitung. Der Wasserspeicher wurde auf dem Lindenberg erbaut und war bis 1989 in Betrieb. Die Pumpstation befand sich im damaligen Feuerwehrgerätehaus („Spritzenhaus“) in einem separaten, von außen zugänglichen Raum. Die ab und an notwendige Bedienung wurde von dem nebenan wohnenden Oswald Köditz und später von seinem Schwiegersohn Paul Schön durchgeführt. Als Quelle diente, wie bereits erwähnt, die unter der Pumpe befindliche starke Quelle. Die 2 Zoll starken Rohre wurden als Ringleitung im Ort verlegt.

Im Juni 1986 begann man mit der Rekonstruktion des Ortswassernetzes. Das alte Wassernetz nebst Brunnen konnte nicht mehr allen gewachsenen Ansprüchen gerecht werden, da besonders die höher gelegenen Haushalte in Trockenzeiten zunehmend ohne Wasser waren. Deshalb musste die vom Wasserbehälter auf der Warthe nach Sachsenhausen führende Leitung angezapft und eine Leitung zur Druckerhöhungsstation auf der ehemaligen Meng’schen Wiese östlich des Ortes gelegt werden. 1989 wurde der Ort an das neue Netz angeschlossen.
Die Wasserqualität und der Druck in der Leitung sind besser geworden.

Kommentare sind abgeschaltet.