Die Lehrer

Nach dem Artikel über die Schulgebäude wird im nachfolgend berichtet, wer die Kinder unterrichtet hat.

Der früheste nachweisbare Lehrer war seit dem 21. Juni 1779 Traugott Leberecht Mohr, der gleichzeitig auch Kantor war. Er starb am 9. Juni 1832.

Seine Nachfolge trat Johann Heinrich Böhme, gebürtig aus Kleinobringen, vorheriger Seminarist in Weimar, an. Dieser starb am 26. Januar 1851 „zum größten Schmerze aller seiner Schüler, sowie der gesamten Gemeinde“.

An die Stelle des leider zu früh Geschiedenen trat Franz Theodor Magnus Böhme aus Willerstedt, vorher Hilfslehrer in Berlstedt. Die Serie „Villen im Weimarer Land“ Folge (98) in der TLZ vom 12.04.2003 ist o.g. in Willerstedt geborenem Lehrer und Kantor gewidmet. Er war einer der bedeutendsten deutschen Volksliedsammler und -forscher. Am 28. April 1854 hielt der nach Riethnordhausen berufene Schullehrer Franz Theodor Böhme seine letzten Schulstunden in Wohlsborn. Am 2. Mai zog er mit seiner Familie fort.

An seine Stelle trat Herr Friedrich Anton Rudolf Günther aus Allstedt, vorher war er in Schwerstedt gewesen.

Ab 1. Juni 1856 ist Hermann Richard Oskar Böhme aus Wohlsborn vom Lehrerseminar in Weimar Lehrer. Dieser verdienstvolle Lehrer starb im Ruhestand am 14.11.1908 im Alter von 73 Jahren.

Seit 1899 unterrichtete Lehrer Kühnemund, der bis 1903 in Wohlsborn blieb.

Nach ihm kommt als neuer Lehrer der Lehramtskandidat Hermann Thomas aus Weimar nach Wohlsborn, der später nach Weimar versetzt wird.

Seit 1913 ist Herr Fleischhack Lehrer bis 1920.

1920 kam auch die Schule wieder in Ordnung, dadurch, dass an Stelle des nach Weimar versetzten A. Fleischhack nun Lehramtskandidat Paul Fischer aus Kaltennordheim, ein Kriegsbeschädigter und verheiratet, seinen Dienst hier antrat. 1925 zog Lehrer Paul Fischer nach Arnstadt, wo er Berufsschullehrer wurde.

An seine Stelle trat der aus Crawinkel stammende Lehramtskandidat Alexander Langenhan, den die Gemeinde gern endgültig als Lehrer behalten hätte. Trotzdem wurde der Lehrer Bernhard Klein aus Buttelstedt Ende 1926 nach hier versetzt. Langenhan ging am 1.10.1926 nach Buttelstedt . Ab 1.5.1934 ging Lehrer Klein an das Gymnasium in Altenburg als Musiklehrer.

An seine Stelle kam am 1.5. 1934 Otto Stöckel von Oberpöllnitz, der bis 1938 blieb.

Von 1938 bis 1940 war Günther Amende Lehrer, der 1940 zum Kriegsdienst eingezogen wurde.

Bis 1944 war die Schule in Wohlsborn geschlossen und die Kinder besuchten die Schule in Sachsenhausen. Vom Herbst 1944 bis Mitte 1946 war Frl. Elisabeth Wiesand aus Berlin Lehrerin in Wohlsborn.

Da wegen der Umsiedlerfamilien sich die Anzahl der Kinder im Ort wesentlich erhöht hatte, wurden ab 1. September 1946 zwei Lehrkräfte angestellt: Herr Herbert Teuber und Frl. Ingeborg Ullrich. Frl. Ullrich wurde bereits im April 1947 versetzt und an ihre Stelle kam als zweiter Lehrer Herr Werner Brieg nach Wohlsborn.

Nach Versetzung des Lehrers Teuber nach Ramsla übernahm Herr Artur Hietel dessen Stelle. Ab 1953 unterrichtete Walter Gottermann aus Liebstedt die 3. und 4. Klasse und Fritz Hartmann aus Schöndorf die 1. und 2. Klasse. Werner Brieg ging nach Sachsenhausen.

Ab 1955 kam für Herrn Hartmann, der in Rente ging, Frau Elisabeth Meisenhälter, die bis 1964 unterrichtete. Bis zu den Sommerferien 1974 wurde in Wohlsborn noch die 1. Klasse unterrichtet. Als Lehrerinnen waren nacheinander tätig: Frau Menzel, Frau Obst, Frau Lünzer.

Die Laura

Wollte man in früheren Zeiten von Wohlsborn in einen anderen Ort reisen, blieben nur das Pferdefuhrwerk und das Laufen. Mit Gepäck per pedes zum Markt nach Weimar, das war schon eine Strapaze und brauchte seine Zeit. Das Pferdefuhrwerk war zwar bequemer, aber immer noch Zeit aufwendig.

Die erste deutsche Eisenbahnstrecke Nürnberg – Fürth 1835 zeigte eine gute Alternative. Bis auch Wohlsborn von diesem Verkehrsmittel profitieren konnte, vergingen aber noch mehr als 50 Jahre. Nördlich von Weimar gab es gegen Ende des 19. Jh. keine Eisenbahn. Gerade Orte wie Schloßvippach und Großrudestedt sowie Rastenberg und Buttstädt hatten größtes Interesse an einer Verbindung nach Weimar.

Das Großherzogtum hatte aber kein Geld, um eine Bahnstrecke, die ja nur regionale Bedeutung haben sollte, zu finanzieren. Schließlich wurde eine Schmalspurbahn (1m Spurweite) konzipiert und privat finanziert. Das Hauptanliegen dieser Kleinbahn war die verkehrstechnische Erschließung nördlich von Weimar sowie der Transport von Kali und Agrarprodukten. Von besonderer Bedeutung war der Zuckerrübentransport in die nahen Zuckerfabriken Walschleben, Großrudestedt und Straußfurt.

Die in die Strecke einbezogenen Orte mussten ihren Beitrag leisten, denn sie waren Teilhaber. Die Streckenführung wurde wie folgt festgelegt: Weimar – Schöndorf – Wohlsborn – Liebstedt – Sachsenhausen – Daasdorf – Buttelstedt – Schwerstedt – Neumark – Vippachedelhausen – Markvippach – Dielsdorf – Schloßvippach – Großrudestedt mit Abzweigung von Buttelstedt nach Krautheim – Großbrembach – Guthmannshausen – Mannstedt – Hardisleben – Rastenberg. Später kam noch ein Abzweig von Mannstedt nach Buttstädt hinzu.

Am 1.5.1886 wurde mit dem Bau begonnen. Am 26.6.1887 wurde der öffentliche Personenverkehr eröffnet. Jeder dieser Orte hatte ein Stationsgebäude, das nach den selben Plänen gebaut wurde. Dazu steht in der Chronik: „Im Jahr 1886 bis 1887 wurde die Weimar – Rastenberger Eisenbahn als Schmalspurbahn gebaut. Die Bahnpolizeiliche Begehung geschah am 30. Juni 1886. Danach wurde am 1. September in der hiesigen Flur und zwar an der höchsten Stelle der Strecke mit der Arbeit begonnen. Die trockne und milde Witterung des Herbstes hatte auch die Erdarbeiten sowie den Aufbau der Stationsgebäude an der Weimar-Buttelstedt-Großrudestedter Bahn außerordentlich gefördert. Die Gesellschaft Sonderop in Berlin und die Dresdner Bank finanzierten die schmalspurige Bahn. Die Gemeinde zahlte zum Bau der Station 1000 Mark. Am 25. Juni 1887 fand die Einweihungsfahrt der Eisenbahn statt, zu der alle Bürgermeister der umliegenden Orte eingeladen waren. Am Tag darauf wurde der regelmäßige Betrieb eröffnet. Die polizeiliche Abnahme der Bahn fand am 15. Juli statt.

Die Bahn brachte zwar unbestreitbare Vorteile, doch worauf man am meisten rechnete, billige Frachtsätze für den Transport von Torf, Kohlen und Briketts, aber auch für Getreide und Zuckerrüben, trat nicht ein. Diese Frachtsätze waren zu teuer.“ Die Hoffnung auf Gewinn erfüllte sich also für die Eigentümer der Bahn nicht und so wurde die Teilstrecke Buttelstedt – Rastenberg bereits 1923 stillgelegt und nachfolgend abgebaut. Aber auch der übrige Teil brachte keine Gewinne ein, obwohl der Personenverkehr Mitte der 30er Jahre noch einmal zunahm. Die Konkurrenz durch die eingerichteten Omnibuslinien wurde immer größer.

Im 2. Weltkrieg wurde die Bahn immer mehr vernachlässigt, was zu größeren Betriebsstörungen führte. Anfang 1945 wurde der Betrieb eingestellt und erst später wieder aufgenommen. Das endgültige Aus kam im April 1946. Die Bahn fiel unter die Reparationsleistungen für die Sowjetunion. Bis Oktober 1946 war die Demontage abgeschlossen und alle Materialien und Fahrzeuge wurden in die SU verbracht.

Trotz mancher Mängel dieser Kleinbahn war sie doch eine über lange Zeit wichtige Institution auch für die Wohlsborner. Schon bald hatte die Bahn den Namen „Laura“ erhalten, weil man oft auf sie „lauern“ musste. Mit der Aufnahme des Personenverkehrs gab es eine bequeme Möglichkeit in Orte zu kommen, die mit der Bahn verbunden waren. Besonders die Möglichkeiten in Weimar arbeiten zu können oder einen Beruf zu erlernen, waren erst durch diese Verkehrsanbindung günstig geworden. Aber auch das Gespräch mit Mitreisenden aus den verschiedenen Orten war günstiger geworden, nicht nur auf Kirmes oder ähnliche Veranstaltungen beschränkt.

Die laura
Die laura

Zweimal war die Strecke zwischen Wohlsborn und Schöndorf so eingeschneit, dass die Bahn nicht weiter fahren konnte und erst frei geschaufelt werden musste. Das war im Winter 1928/29 und einmal in den 40er Jahren.

Im Stationsgebäude war gleichzeitig eine Wohnung für den Stationsvorsteher untergebracht. Der letzte Stationsvorsteher war Erwin Trübenbach, seine Frau Olga war auch seine Stellvertreterin, die die Fahrkarten verkaufte. Die Familie Trübenbach wohnte bis 1952 in dem Gebäude. Danach vermietete die Gemeinde das Gebäude an Familie Demmer, die es später kaufte. 1997 wurde es an Familie Kanold verkauft.

Von der Trasse ist der Abschnitt ab Flurgrenze zu Schöndorf bis zum ehemaligen Stationsgebäude noch zu erahnen. Die übrige Trasse wurde wieder zu Ackerland. Inzwischen gibt es den Laura Radwanderweg, der von Weimar über Schöndorf, Wohlsborn, Sachsenhausen bis Daasdorf über wenig befahrene Landstraßen, Feld- oder Wirtschaftswege führt und ab Buttelstedt bis Großrudestedt die ehemalige Bahntrasse nutzt.

Durch Wohlsborn führte noch immer keine Buslinie, aber ab November 1946 wurde die „Buchenwaldbahn“ für den öffentlichen Personenverkehr freigegeben. Etwa 100 m hinter dem „Hölzchen“ von Wohlsborn in Richtung Schöndorf gesehen, wurde links neben der Straße ein Wellblechgebäude als Haltepunkt für die Bahn errichtet. Bis Oktober 1953 konnte man zwischen Großobringen und Weimar die Bahn benutzen. Danach wurde der Personenverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt. Diese Bahnlinie wurde ab 1943 vorwiegend von Buchenwaldhäftlingen in schwerer körperlicher Arbeit erbaut in erster Linie zum Materialtransport für das Rüstungswerk auf dem Buchenwald in der Nähe des KZ und zum Transport von Häftlingen. Die Bahn zweigte auf der Höhe des kleinen Ettersberges von der Schmalspurbahn Weimar-Buttelstedt ab und verlief als Normalspurbahn oberhalb des „Hölzchens“ und unterhalb der Schanze in Richtung Großobringen und danach an der Buchenwaldstraße entlang bis zum Bahnhof Buchenwald innerhalb des Lagers. Wegen des zur Zeit des Baus schon deutlich spürbaren Baumaterialmangels wurde der Bahnbetrieb zwar am 23. Juni 1943 eröffnet, ein planmäßiger Betrieb war jedoch nicht möglich. Selbst Anfang 1945, nach der „Fertigstellung“ der Anschlussbahn, waren ständig Häftlinge im Einsatz, die die mangelhaft verlegten Gleise befahrbar halten mussten. Auch als 1949 die Deutsche Reichsbahn die Anlage übernahm, wurde an der Strecke nur ausgebessert, da sie zu unrentabel war. Im Frühjahr 1954 wurde mit dem Rückbau von Buchenwald bis Großobringen begonnen. Bis etwa 1966 verkehrten noch vereinzelt Güterzüge bis Großobringen. Dann wurde auch der Rest abgebaut.

Der Personennahverkehr nach Weimar wurde durch die Fa. Weißleder aus Weimar übernommen. Sie realisierte den Berufsverkehr mit einer Verbindung 6.00 Uhr Wohlsborn nach Weimar und 16.30 von Weimar nach Wohlsborn und zurück von Montag bis Freitag und am Sonnabend erfolgte mittags die Rückfahrt. Es war schon ein besonderes Erlebnis mit diesem „Bus“ zu fahren, denn es handelte sich um einen LKW mit „Personenkabine“ in der Holzbänke eingebaut waren. Obwohl als „Hühnerkasten“ belächelt, war er für seine Pünktlichkeit bekannt, er fiel auch nie aus, solange er für Wohlsborn fuhr. Später kamen noch weitere Linien hinzu, die bis Rohrbach bzw. Pfiffelbach und zurück nach Weimar fuhren. Zu Hauptverkehrszeiten war selbst ein Stehplatz fast umkämpft. Weitergehende Informationen zur „Laura“ und Buchenwaldbahn finden Sie indem neu aufgelegten Buch „Die Laura“ aus dem Verlag Rockstuhl.

Die Schulgebäude

Mit dem Ende der Sommerferien 1964 wurde das Kapitel „Schule in Wohlsborn“ fast geschlossen. Ab 1. September 1964 gingen alle Kinder aus Wohlsborn bis zur 8. Klasse nach Großobringen zur Schule, die 9. und 10. Klasse wurde in Buttelstedt unterrichtet.
Bis zu den Sommerferien 1974 wurde in Wohlsborn allerdings noch die 1. Klasse unterrichtet. Als Lehrerinnen waren nacheinander tätig: Frau Menzel, Frau Obst, Frau Lünzer.

1575 wird erstmals eine Schule in Wohlsborn erwähnt. Die nächste Erwähnung in der Chronik über die Schule ist dem 50 jährigem Dienstjubiläum des Lehrers Mohr gewidmet. Ein Lehrer genügte damals für die Kinder unseres Ortes. Der Schulraum war in einem kleinen Haus untergebracht. Ein Raum für die Kinder aller Altersstufen genügte völlig.
In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts brachten neue Schulgesetze im Großherzogtum mehr Ordnung in die Ausbildung der Kinder und immer mehr Gemeinden entschlossen sich, neue Schulgebäude bauen zu lassen.

Clemens W. Coudray war von 1816 bis1845 Oberbaudirektor der Oberbaubehörde des Großherzogtums. 1824 war angeordnet worden, dass alle größeren Reparaturen und Neubauten im Schulbereich von der Oberbaubehörde abgesegnet sein mussten. Damit war eine Vereinheitlichung der neuen Schulgebäude möglich, die von Coudray auch durchgeführt wurde. In sehr vielen Orten des Großherzogtums wurden Schulen gebaut, die vom Prinzip gleich waren: Einfache Bauweise, ein Unterrichtsraum für alle Klassen, im Obergeschoss die Lehrerwohnung.

Auch Wohlsborn ließ eine solche Schule erbauen. 1835 wurde mit den Arbeiten begonnen, am 9.11.1837 wurde die neue Schule eingeweiht. Das frühere Schulgebäude wurde an den Schneidermeister Kleine verkauft und fiel Himmelfahrt 1847 einem Feuer vollständig zum Opfer.
Im Frühjahr 1857 wurde eine bedeutende Verlängerung der Schulstube vorgenommen. Ein Winkel wurde beseitigt, neue Tafeln angebracht und ein Pultkatheder aufgestellt. Das Schulinventar wurde durch eine Karte von Deutschland und eine russische Rechenmaschine ergänzt.
Der 1. Weltkrieg griff tief in das Schulwesen, auch in Wohlsborn, ein. 1916 wurde bekannt gegeben, dass mit Papier äußerst sparsam umgegangen werden musste. Die noch vorhandenen Schiefertafeln aus den unteren Klassen wurden deshalb bis in die oberen Klassen benutzt. Ab Anfang Dezember 1917 gingen auch in unserem Dorf die Kinder erst ab 1/2 9 Uhr zur Schule, um Lichtkosten zu sparen. Vorher wurde im Winter um 8 Uhr begonnen. In der Hauptsache fehlte es an Kohlen, darum blieb die Schule sogar geschlossen. Die Kinder gingen ganz unregelmäßig zur Schule.

Erst 1920 trat wieder Ordnung in das Schulwesen ein. Der Unterricht für alle Altersstufen in nur einem Raum war nicht mehr zeitgemäß, deshalb wurde 1934 an Stelle der alten Schulscheune ein neues Schulgebäude errichtet und am 02.09. eingeweiht. Die Mittel dafür wurden teils von der Gemeinde, teils vom Kreis bereitgestellt. Die Maurerarbeiten wurden von dem Bauunternehmer Max Vogel aus Wohlsborn und die Zimmererarbeiten vom Zimmermeister Oskar Kühndorf aus Leutenthal ausgeführt. Bauleiter war der Baumeister Erhard Böber aus Schöndorf. Die Gesamtkosten des Baues beliefen sich auf insgesamt 6 838,24 RM. Einen Teil der neuen Schulbänke bezahlte die Bevölkerung.
Seitdem wurden die Schüler der 1. bis 4. Klasse in dem neuen Gebäude und die Schüler der 5. bis 8. Klasse im alten Schulgebäude unterrichtet.

Auch der 2. Weltkrieg sorgte für Unregelmäßigkeiten in der Schule. Nach Kriegsende wurde das Schulwesen reformiert. Ab 1. September 1950 gehörten Wohlsborn, Sachsenhausen, Leutenthal und Rohrbach zu einem Schulzweckverband. Die Kinder des 1. bis 4. Schuljahres aus Wohlsborn und Sachsenhausen besuchten die Schule in Wohlsborn, umgedreht die Schüler der 5. bis 8. Klasse die Schule in Sachsenhausen. In Leutenthal und Rohrbach erfolgte eine analoge Lösung. Die Schülerstärke betrug dabei in Wohlsborn 54 Schüler.

1951 wurde das alte Schulgebäude gründlich renoviert. Die Kosten dafür betrugen 1200 Mark, die aus Gemeindemitteln aufgebracht wurden.
Im Unterrichtsraum der neuen Schule wurden die Schüler der 1. und 2. Klasse unterrichtet, im Unterrichtsraum der alten Schule die Schüler der 3. und 4. Klasse. Zwischen dem Anbau an der alten Schule und der neuen Schule stand eine Mauer, dahinter waren die Aschengrube und die Toiletten untergebracht. Der Zugang von der neuen Schule erfolgte durch eine Tür in der Mauer gleich neben dem Schulgebäude.

Zum 1. September 1960 wurde unser Dorf von einer weiteren Zentralisation des Schulwesens betroffen, die das Ziel hatte, die Bildungsverhältnisse auf dem Lande zu verbessern und unseren Kindern gleiche Bildungsmöglichkeiten wie den Kindern in der Stadt zu gewährleisten.

Es wurde ein Oberschulbereich Sachsenhausen/Großobringen ins Leben gerufen, in dem alle Kinder bis zum Abschluss der 8. Klasse unterrichtet wurden. Dagegen mussten die 10 Klassen-Schüler vorläufig noch in der Oberschule Buttelstedt unterrichtet werden. Zum Oberschulbereich gehörten außer den bereits genannten Dörfern auch noch Leutenthal und Rohrbach und teilweise mit den Unterstufenklassen auch Kleinobringen und Heichelheim. Anfangs wurden in der Oberstufe je 2 Klassen in Sachsenhausen und in Großobringen unterrichtet. Die Lehrer „pendelten“ zwischen den beiden Orten und für die Kinder gab es einen kostenlosen Schülerbusverkehr. In Wohlsborn verblieb vorerst die gesamte Unterstufe.

Durch die weitere Verbesserung der Schulverhältnisse in Großobringen konnte ab 1. September 1964 in Großobringen von der POS Buttelstedt die 9. Klasse übernommen werden, so dass nur noch die Schüler der 10. Klasse die POS Buttelstedt besuchten.
Am 1. November 1966 wurde im ehemaligen Unterrichtsraum ein Schulhort eröffnet, der die Aufgabe hatte, die Unterstufenkinder des Ortes nachmittags zu betreuen. Als erste Leiterin des Schulhortes wurde Frau Helga Gottermann eingesetzt.

Für die Schule und das Dorf war dies eine kluge Entscheidung, denn bis zur Auflösung des Hortes im Jahre 1980 hatte sie mit viel Liebe zu den Kindern, mit viel Aufwand den materiell-technischen Fragen des weitern Ausbaues des Hortes, aber auch den inhaltlichen Fragen gewidmet, so dass der Schulhort unter ihrer Leitung im Oberschulbereich Großobringen und darüber hinaus einen geachteten Namen besaß.

1967 wurde der Außenputz der alten Schule durch ehemalige Schüler erneuert und vor der Schule ein Plattenweg verlegt.
Die neue Schule wurde als Kindergarten genutzt. Ende 1974 waren die Umbauarbeiten an dem Gebäude beendet, sodass Wohlsborn einen modernen Kinderkarten erhielt. An der Ostseite der Schule wurde der Toilettentrakt angebaut.

Nachdem der Raum für den Hort nicht mehr genutzt wurde, wurde er durch eine Trennwand geteilt und für Arztsprechstunden genutzt. Der vordere Raum diente als Wartezimmer, der Raum hinter der Trennwand war das Arztsprechzimmer. Die Gemeindebücherei wurde im Wartezimmer untergebracht, dadurch erhöhte sich das Ausleihen der Bücher, das Herr Gottermann betreute, sehr.

Im November 1992 wurde beschlossen, das alte Schulgebäude zu verkaufen. Es wurde im April 1993 an Fam. R. Göpfert verkauft.
1993 wurde der Kindergarten geschlossen und zur Nutzung für interessierte Bürger ausgeschrieben. Im Februar 1994 wurde beschlossen, das Gebäude als Bürgerhaus umzubauen.
Somit haben die ehemaligen Schulgebäude unseres Ortes eine sinnvolle Nutzung erhalten.

Die Bürgermeister

In der Ortschronik wird erstmals 1855 ein Bürgermeister erwähnt. In jenem Jahr fand eine Neuwahl des Gemeinderates statt. Als Bürgermeister wurde Johann Christian Albrecht wieder gewählt. 1854 wurden aufgrund einer revidierten Gemeindeordnung in Sachsen-Weimar 4 zusätzliche Gemeinderäte gewählt.

Noch 1833 wurde das Amt des Bürgermeisters als Schultheiß bezeichnet. Dieses Amt übte damals J.M.Menge aus. In der Chronik ist leider nichts über die Dauer seiner Amtszeit zu finden.

Anfang 1865 starb J.C.Albrecht und als Nachfolger wurde Karl Mohr gewählt. Das Stimmrecht bei Wahlen war damals vom Besitz abhängig. Wer also viel Grundbesitz sein Eigen nannte, hatte mehrere Stimmen! Im Allgemeinen verblieb damals der einmal gewählte Bürgermeister bis zu seinem Tode in diesem Amt.

1879 wurde der Landwirt Theodor Menge nach dem Tod von Karl Mohr zum Bürgermeister gewählt. Bei der Wahl 1909 wurde er mit großer Mehrheit wieder gewählt. Stellvertreter wurde Landwirt Oswald Langbein.

Bis September 1919 wurden erstmals nach dem Krieg Wahlen der Bürgermeister und deren Stellvertreter im ehemaligen Großherzogtum durchgeführt. Gleichzeitig wurde die Wahlperiode von 6 auf 3 Jahre reduziert. Menge und Langbein wurden wieder gewählt. 1920 legte Theodor Menge aus Altersgründen sein Amt nieder. Er starb 1922 80-Jährig.

Als Nachfolger wurde Landwirt Hugo Fuchs gewählt. Gemeindevorsitzender wurde Max Hoffmann. Hugo Fuchs trat 1922 zurück und Oswald Langbein übernahm das Amt kommissarisch. Bereits 1923 wurde erneut gewählt. In den 20-er Jahren gab es anscheinend auch in Wohlsborn starke politische Gegensätze zwischen Bauern und Arbeitern. Der neu gewählte Gemeinderat bestand aus 4 bürgerlichen und 3 Arbeitervertretern. Wobei nicht konkret ausgesagt wird, wer unter „bürgerlich“ zu zählen war.

Bürgermeister wurde Oswald Langbein, Gemeindevorsitzender der Zimmermann Arno Vogel. Oswald Langbein schied infolge eines Schlaganfalls 1929 aus dem Amt aus und Hugo Fuchs wurde wieder zum Bürgermeister gewählt.

Seine Nachfolge trat nach der Wahl 1934 Arno Vogel an. Er übte dieses Amt bis zum Kriegsende aus. Während seiner Amtszeit hat er trotz Nationalsozialismus die Gemeinde gemäßigt geführt. Er hat es auch verstanden, Umsiedler und Flüchtlinge, die Wohlsborn während des Krieges aufnehmen musste, den einzelnen Hausbesitzern in verträglichem Maße zuzuordnen. Ihm ist es, Augenzeugenberichten zufolge auch zu verdanken, dass nach dem Absturz des amerikanischen Bombers am 20. Juli 1944, an den geretteten Besatzungsmitgliedern keine Greueltaten durch Wohlsborner verübt wurden.

Nach dem Krieg war Franz Nimmrich bis zur Wahl im Oktober 1946 Bürgermeister.

Am 8. September fanden seit 1932 die ersten demokratischen Gemeindewahlen statt. Alle im Ort vertretenen Parteien und Organisationen hatten getrennte Listen aufgestellt und stellten ihre Kandidaten zur Wahl. Im Ort gab es 222 Wahlberechtigte, 204 gingen zur Wahl und davon gaben 191 gültige Stimmen ab. Die Stimmen verteilten sich folgendermaßen: Sozialistische Einheitspartei (SED) 88 Stimmen Liberaldemokratische Partei (LDPD) 51 Stimmen Christlich-Demokratische Union (CDU) 13 Stimmen Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) 34 Stimmen Damit stellte die SED als stärkste politische Kraft des Ortes im Bündnis mit der VdgB den Bürgermeister und verfügten über die Mehrheit im Gemeinderat und in der Gemeindevertretung. Diese Wahl war in allen Orten die Basis für die den Bürgermeister stellende Partei. Das war in Wohlsborn demzufolge bis zur Wende die SED. Erster SED-Bürgermeister wurde Alfred Rahn. Er übte dieses Amt bis zum 31.12.1951 aus.

Während die Bürgermeister bisher ehrenamtlich tätig waren, wurde nun der Bürgermeister ein Vollzeitberuf. Ab 01.01.1952 wurde Karl Engels als Bürgermeister in Wohlsborn eingesetzt. Er starb am 28.02. 1957 .

Georg Höfer trat am 01.03.1957 seine Nachfolge an. Seine Amtszeit endete am 31.07.1976. In den letzten Jahren seiner Amtszeit hatte er Sachsenhausen und Wohlsborn verwaltet.

Seine Nachfolge trat erst mal ehrenamtlich Wolfgang Wedel an, bis er ab 01.01.1978 hauptamtlich eingesetzt wurde. Er starb am 30.04.1986.

Vom 01.05. bis zum 31.07. wurde Peter Thomas als ehrenamtlicher und ab 01.08. als hauptamtlicher Bürgermeister bestellt. Dieses Amt übte er bis zum 28.02.1991 aus.

Sein Nachfolger wurde Hans Wagner aus Weimar. Er wurde gewählt und übte das Amt hauptamtlich bis zum 31.03.1993 aus. Ab 01.04.1993 war er Geschäftsführer in der VG Buttelstedt und war nur noch ehrenamtlich als Bürgermeister in Wohlsborn tätig. Wegen seine Tätigkeit in Buttelstedt durfte er zur Bürgermeisterwahl 1999 nicht mehr kandidieren.

Peter Thomas stellte sich zur Wahl und wurde mit großer Mehrheit als Bürgermeister gewählt. Damit sind alle seit 1830 bekannten Bürgermeister Wohlsborns aufgeführt. Was sie für Wohlsborn erreicht haben, können Sie in der Chronik, die Sie im Gemeindebüro bestellen können, nachlesen.

Das Bürgermeisteramt

Die ehrenamtlichen Bürgermeister hatten das Büro oder die Amtsstube in ihrem Wohnhaus eingerichtet. So erzählte mir Frau Brigitte Frei, die Enkelin des letzte Bürgermeisters vor Kriegsende, Arno Vogel, dass er für die Amtsgeschäfte das Wohnzimmer nutzte. Kamen mehrere Bürger mit einem Anliegen zu ihm, durften sie in der Küche warten.

Mit dem Übergang des Bürgermeisteramtes zu einer hauptamtlichen Funktion wurde es notwendig, ein Büro einzurichten, in dem die Amtsgeschäfte erledigt, Bürgersprechstunden und Sitzungen abgehalten werden konnten. Als erstes Büro wurde ein Zimmer im Erdgeschoss von Familie Hedwig Hopfgarten (Nr. 9) gemietet.

1958 verzog der letzte Bäcker nach Weimar. Vom Backen in dem damals nur etwa 220 Einwohner umfassenden Dorf konnte man nicht mehr existieren und so fand sich kein neuer Pächter – das Backhaus blieb leer. Die Gemeinde beschloss, im Erdgeschoss eine Konsumverkaufsstelle einzurichten, im Obergeschoss das Bürgermeisteramt, ein Jugendzimmer und später ein Arztzimmer.

Nachdem das 1964 erbaute LPG-Gebäude nicht mehr benötigt wurde, wurde es als Wohnung der NVA-Dienststelle in Großobringen vermietet. Als es nach der Wende leer stand, war das eine gute Gelegenheit für die Gemeinde, das alte Backhaus zu verkaufen und dieses kleine Gebäude von der Agrargenossenschaft zu kaufen. Der Umzug fand am 01.06.1993 statt.

Nun wurden die Büroräume wieder Büroräume, nur saß jetzt der Bürgermeister im hinteren Raum und im Vorzimmer saß bis zum 30.04.1992 Frau Ursula Weber. Sie war seit 02.05.1961 Sachbearbeiterin. Von 1945 bis 1949 und von 1953 bis 1961 übte Frau Helene Fischer diese Tätigkeit aus. In der Zwischenzeit war Herr Werner Schiene für die Gemeinde tätig. Ab 01.05.1992 arbeitete Frau Christina Hasse als Sachbearbeiterin in diesem Büro bis zum 31.03.1993. Seit dem 01.04.1993 besteht einmal in der Woche die Möglichkeit, dass die Bürger ihre Anliegen und Probleme zur Bürgersprechstunde mit Frau Hasse oder dem Bürgermeister sprechen können. 2006 wurde das Gebäude verkauft.